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Zwei Hochbetten

Noch vor dem Hausbau hatte ich meinen beiden Mädels versprochen, das ich ihnen jeweils ein schickes Bett bauen würde. Katja hatte zwar bis zum Ende nicht dran geglaubt und immer wieder nach Alternativen geschaut, aber Ende Januar war es dann soweit. Nach diversen Skizzen, Recherchen und Überlegungen, hatte ich mit Hilfe von SketchUp ein Maßstabsgetreues Model von Kiras Bett angelegt. Inspiriert wurde ich dabei von den Hochbetten von Denis Sandrowski („Hochbett Lifty“ und „noch ein Hochbett„)

Anhand dieses Modells habe ich dann das entsprechende Holz bestellt und vom Holzhändler auch gleich auf die richtigen Längen zusägen lassen.

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Da die Balken (Konstruktionsvollholz) NSi Qualität (gedacht für den nicht sichtbaren Einbau )  hatte, musste ich die Balken erst alle schleifen. Meine erste Idee das mit einem Schleifblock zu machen, hatte ich nach 30cm aufgegeben. Aber dank Amazon, hielt ich innerhalb von zwei Tagen einen neuen Bandschleifer in den Händen. Damit ging das schleifen sehr viel einfacher. Da ich das Holz jeweils dreimal geschliffen hatte (zuerst mit 80er dann 120er und am Ende nochmal mit 180er Körnung), war das Holz super glatt. Das forderte aber auch trotz Bandschleifer einige Stunden Arbeit. Zum Glück war das Wetter so schön, das ich draußen arbeiten konnte. Das war auch im Nachhinein eine super Entscheidung, denn der Dreck den das Schleifen verursacht, wollte Katja sicherlich nicht im Haus haben. (Katja: „Nein, der Dreck an den Fensterscheiben, durch die man am Ende nicht mehr durchschauen konnte, hat gereicht!“)

Für die Auflage des Lattenrostes, habe ich aus einem 10 x 10 cm Balken eine Nut (4 x 5 cm rausgesägt. Mit der Handkreissäge und einer Führung ging das auch ganz leicht.

Nachdem ich dann die Balken für Kiras Bett fertig hatte, ging es auch gleich an das zusammensetzen der Treppe. Da mein Ziel war ein möglichst schönes und professionelles Bett zu bauen, wollte ich nicht einfach die Balken an das Gerüst schrauben. Vielmehr habe ich mit Hilfe meines Multitools und einem Beitel in die Balken rechts und links kleine 2 cm Aussparungen für die Treppenstufen eingelassen. Dabei hat mich Karolina bei ihrem Bett auch tatkräftig unterstützt. In diese habe ich dann die Stufen mit Dübeln verleimt. Das Ganze konnte dann mit Schraubzwingen und Spanngurten gut zusammengezogen über Nacht aushärten. Die kleinen Lücken zwischen den Dachlatten und dem Balken habe ich dann mit Holzspachtelmasse ausgefült und geschliffen. Nach dem Streichen sieht man am Ende keinen großen Unterschied mehr. Als die Leiter fertig war, musste diese natürlich auch gleich  ausprobiert werden.

Weiter ging es mit dem Bettgestell. Die Balken für das Gestell habe ich mit dicken 8 x 200 mm SPAX Schrauben mit Tellerkopf befestigt. Dazu habe ich die Balken auf dem Boden gelegt, ausgerichtet, mit meinem Akkubohrer vorgebohrt und dann fest zusammen geschraubt. Auch hier wurde ich wieder tatkräftig unterstützt. Die Schrauben wirken wie Schraubzwingen und ziehen den Balken richtig fest ran. Da wackelt im Anschluss nix mehr. Pro Verbindung habe ich zwei Schrauben versetzt reingeschraubt. Für die eine Seite ging das auch ganz gut, bei der zweiten Seite kam dann aber der Balken mit der Leiter dazu, da musste man schon etwas mehr aufpassen das es auch alles schön bündig und rechtwinklig wird. Auch hier hatte ich wieder tatkräftige Hilfe.

Als dann beide Seiten fertig waren, habe ich nur noch die Längsbalken drauf aufgelegt und mit dem Gestell verschraubt. Auch hier kamen wieder SPAX Schrauben zum Einsatz. Nur diesesmal waren es 6 x 160 mm Schrauben mit Zylinderkopf. Damit man später diese Schrauben nicht sieht, habe ich ein kleines Loch von 10 mm Durchmesser vorgebohrt und in dieses die Schrauben versenkt. Das Loch habe ich dann im Anschluss mit Konusplättchen verschlossen und bündig abgeschliffen. So sieht man jetzt keine Schraube mehr. Da neben dem Lattenrost noch eine kleine Ablagefläche vorgesehen war, habe ich die Auflagebalken für das Lattenrost mit dem Balken für die Ablage (20 x 10 cm) ebenfalls mit diesen Schrauben verschraubt.  Damit die Kinder nachts nicht durch die Lücke zwischen Bett und Wand raus fallen, habe ich auch hier einen Balken angebracht. Auch dieser wurde mit dem Auflagebalken für das Lattenrost verschraubt. Kira hat bei ihrem Bett auch noch ein kleines Podest bekommen. Hierfür habe ich Dielenbretter zweilagig verschraubt. Damit die Matratze sich nicht ständig verschiebt, habe ich um das Lattenrost noch einen Rahmen geschraubt.

Zu guter letzt musste dann nur noch ein Rausfallschutz angebracht werden. Dafür habe ich zwischen der einen Stirnseite und der Treppe noch einen kleinen Balken eingeschraubt und dann zwischen diesem und dem Ablagebalken Dachlatten geschraubt. Das gleiche habe ich dann auch auf der einen Stirnseite gemacht. Und damit die Wand im Kopfbereich nicht alle paar Monate gestrichen werden muss und auch der Optik wegen, habe ich hier noch eine angebracht. Diese wurde in der jeweiligen Wunschfarbe lackiert und mit dem Namen versehen. So hat das Bett ein wenig Farbe bekommen. Der Rest des Bettes wurde nämlich von mir bloß mit einem Hartwachs Öl behandelt. Dadurch hat das Holz es eine schöne natürliche Farbe bekommen, kann weiterhin atmen und ist trotzdem pflegeleicht.

Nachdem ich dann Kiras Bett fertig hatte, ging das ganze Spiel von vorne los und ich habe mich an Karolinas Bett gemacht. Dieses ist eigentlich baugleich mit ein paar Anpassungen und Verbesserungen, die mir beim Bauen von Kiras Bett aufgefallen sind. Da Karolinas Zimmer ein klein wenig kürzer ist, ist auch das Bett ein wenig kürzer. Sprich Karolina hat kein extra Podest. Dafür hat sie unter ihrem Bett einen Ikea Hängesessel. Diesen hatten wir nach Karolinas Geburt in ihrem Zimmer zu hängen, mussten ihn dann aber abnehmen als Kira kam. Nun konnten wir ihn endlich wieder aufhängen und Karolina hat eine kleine feine Leseecke unter ihrem Bett. Dazu habe ich zwischen den Auflagebalken für das Lattenrost einfach noch einen Balken festgeschraubt an diesem dann der Sessel befestigt wurde. Außerdem hat Karolina an der einen Stirnseite keine Dachlatten als Rausfallschutz, sondern hier habe ich ein Brett angebracht welches das Loch zur Hälfte abdeckt. Das war einfacher und sieht auch besser aus.

Als kleines Gimmick habe ich dann am Ende bei beiden Kindern an der Wand noch ein LED Lichtband angebracht so das sie unter dem Bett eine indirekte Beleuchtung haben. Katja hatte für Kira dann noch einen Vorhang genäht, so das sie jetzt unter ihrem Bett eine kleine Prinzessinnenhöhle hat.

Im Großen und Ganzen hat das Bauen der Betten sehr viel Spaß gemacht. Katja war auch gleich der Meinung dann könnte ich doch auch unser Bett und den Einbauschrank im Flur selber bauen. Naja mal sehen ob ich das mache. Der nächste Winter kommt bestimmt und eine kleine Werkstatt habe ich ja auch bald…aber dazu später mehr.